BHKW

Siehe Blockheizkraftwerk.

Biodiesel

Umgangssprachliche Bezeichnung für Pflanzenölmethylester (PME) oder auch Rapsölmethylester (RME).

Bioenergie

Bioenergie ist ein Sammelbegriff für Energie, die aus fester (z. B. Holz, Holzreste, Stroh), flüssiger (z. B. ölhaltige Pflanzen wie Raps oder Sonnenblumen) oder gasförmiger (z. B. Biogas, Klär- und Deponiegas) Biomasse gewonnen werden kann.

Biogas

Biogas ist eine Form der Bioenergie. Dieses brennbare Gas entsteht unter Luft- und Lichtabschluss durch die Vergärung von organischem Material (z. B. Pflanzen(reste), Mais, Gras, Kartoffeln, Gülle und Fette). Durch den biologischen Zersetzungsprozess entwickelt sich hauptsächlich Methan (CH₄). In geringeren Mengen entstehen auch Kohlendioxid (CO₂) und zahlreiche andere Gase. Obwohl Methan und Kohlendioxid zu den Treibhausgasen zählen ist Biogas klimaneutral, da nur so viel Gas freigesetzt wird wie die Pflanzen vorher aus der Luft aufgenommen haben. Der nach der Vergärung verbleibende Gärrest (nicht abgebaute Biomasse und Mineralien) wird als hochwertiger Dünger im landwirtschaftlichen Ackerbau eingesetzt.

Biogasaufbereitung

Unter Biogasaufbereitung werden Verfahren verstanden, mit denen (Roh)Biogas auf Erdgasqualität (Biomethan oder Bioerdgas) aufbereitet wird, damit es in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan für die Einspeisung in das Erdgasnetz umfasst meist vier Verfahrensschritte: Die Biogasentschwefelung, die Gastrocknung, die Trennung von Methan und Kohlendioxid sowie die Konditionierung. Bei der Konditionierung wird das aufbereitete Biogas vor der Einspeisung in das Erdgasnetz auf die Qualitätsparameter für Erdgas in Bezug auf Brennwert, Trockenheit und Druck eingestellt. Das Endprodukt ist ein Erdgasäquivalent.

Biogaseinspeisung

Voraussetzung für die Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz ist die Erfüllung einer Reihe von Eigenschaften. Diese betreffen die Zusammensetzung und die verbrennungstechnischen Eigenschaften. Die weiteren Aufbereitungsschritte für die Rohbiogase sind jedoch abhängig von den konkreten Zusammensetzungen und örtlichen Gegebenheiten.

  • Zentral ist die Abtrennung von CO₂ um eine Methananreicherung (auf etwa 96%) zu erreichen.
  • Neben der obligatorischen Entschwefelung und Trocknung wird eventuell eine Verdichtung zu einem höheren als dem Leitungsdruck notwendig.
  • Die verbrennungstechnischen Eigenschaften (Brennwert, Heizwert, Dichte etc.) des eingespeisten Gases und die übergebene Energiemenge (Abrechnungsbrennwert) werden gemessen.
  • Dem Gas werden ebenfalls Riechstoffe hinzugefügt.

Ziel dieser Anforderungen an die Gasbeschaffenheit ist die Bereitstellung der gleichen Gasqualität (besonders hinsichtlich des Brennwertes) für die Nutzer und die Abrechnung der bezogenen Energiemengen.

Biomasse

Biomasse bezeichnet alle organischen Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, aus denen sich Energie gewinnen lässt. Diese Stoffe werden generell in zwei Kategorien unterteilt:

  1. Nachwachsende Rohstoffe/Energiepflanzen, z. B. schnell wachsende Gehölze (als Brennstoff), Zucker und stärkehaltige Ackerfrüchte (zur Gewinnung von Ethanol) oder auch Ölfrüchte (für Schmier- und Treibstoffe).
  2. Organischer Abfall, z. B. Stroh, Gras, Dung/Gülle, Klärschlamm (bis 10%), organischer Hausmüll/Kompost (zur Gewinnung von Biogas).

Die Energiegewinnung erfolgt klimaneutral, da bei der energetischen Nutzung nur soviel Kohlendioxid (CO₂) freigesetzt wird, wie vorher in der Biomasse gebunden wurde.

Von rezenter Biomasse spricht man laut Biomasse Info-Zentrum (BIZ) bei pflanzlicher oder tierischer Biomasse, die nicht über geologische Prozesse verändert wurde.

Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) könnten in Deutschland 5 bis 10% der verbrauchten Primärenergie durch Biomasse gedeckt werden.

Biomasse-Verordnung

Im März 2001 wurde diese Verordnung verabschiedet (letzte Änderung im August 2005). Darin wird auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) festgelegt, welche Stoffe als Biomasse gelten, welche technischen Verfahren angewendet werden dürfen und welche Umweltanforderungen bei der Stromerzeugung eingehalten werden müssen.

Biomethan/Bioerdgas

Biomethan (bzw. Bioerdgas) ist ein zu Erdgasqualität aufgearbeitetes Biogas, welches aus nachwachsenden Rohstoffen, Gülle, Mist oder Abfällen gewonnen wird. Biomethan ist klimaneutral, weil bei seiner Herstellung nur so viel CO₂ freigesetzt wird wie die Pflanzen vorher aus der Luft aufgenommen haben.

Im Gegensatz zu Biogas kann Biomethan aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Erdgas im bereits vorhandenen Erdgasnetz transportiert werden. Die Verwertung muss nicht länger in der Nähe der Biogasanlage erfolgen. Das Biomethan steht – im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie – als so genannte speicherbare Energie kontinuierlich und über weite Entfernungen über die bestehenden Erdgasnetze zur Verfügung.

Blindstrom

Blindstrom ist ein Nebenprodukt der Energielieferung. Er wird bei induktiven Verbrauchern (z. B. Motoren, Transformatoren, Vorschaltgeräten, d. h. Spulen jeder Ausführung) zur Erzeugung eines Magnetfeldes benötigt. Durch Blindstrom entstehen zusätzliche Verluste in Kabeln und Transformatoren. Daher wird Blindstrom dem jeweiligen Kunden (in der Regel Gewerbe- und Industriebetriebe) vom Stromversorger in Rechnung gestellt.

Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage zur lokalen Erzeugung von Strom und Wärme, wobei die Anlage nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeitet. Ein stationärer Verbrennungsmotor wird entweder mit fossilen Treibstoffen (Diesel, Erdgas) oder mit erneuerbaren Treibstoffen (Biogas, Biodiesel) angetrieben und produziert so Strom. Bei diesem Prozess entsteht Abwärme, die über einen Wärmetauscher für die Warmwasserbereitung und Heizzwecke nutzbar gemacht wird. Durch diese doppelte Nutzung der eingesetzten Energie liegt der Wirkungsgrad eines BHKW bei 85%. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass BHKWs dezentral eingesetzt werden können und so Leitungsverluste für Strom und Wärme entfallen.

Brennwert

Der Brennwert gibt an, wie viel Energie bei vollständiger Verbrennung und anschließender Rückkühlung auf die Bezugstemperatur frei wird. Die Angabe erfolgt in Kilowattstunden kWh pro m³. Wie hoch dieser Brennwert ist, hängt von der jeweiligen Zusammensetzung des Gases ab. In Deutschland unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Gas-Sorten:

  1. L-Gas stammt hauptsächlich aus den Niederlanden und Norddeutschland und hat einen relativ geringen Brennwert zwischen 8 und 10 kWh/m³.
  2. H-Gas stammt z. B. aus der Nordsee und den GUS-Staaten und hat einen relativ hohen Brennwert zwischen 10 und 12 kWh/m³.

Der Brennwert für Biogas liegt in Abhängigkeit vom Methangehalt zwischen 5 und 7,7 kWh/m³. Der Brennwert für Biomethan (bzw. Bioerdgas) liegt bei 10,6 kWh/m³.

Brennwertheizung

Die Brennwertheizung ist eine bedeutende Entwicklung in der Heizungstechnik. Bei ihr wird die zusätzliche Wärme durch die Kondensation des im Heizungsabgas befindlichen Wasserdampfs nutzbar gemacht.

Brennwertgeräte übernehmen wie herkömmliche Heizkessel sowohl die zentrale Beheizung von Wohnungen als auch die Warmwasserbereitung. Um allerdings die im Abgas vorhandene Kondensationswärme nutzen zu können, ist eine niedrige Rücklauftemperatur aus dem Heizungssystem erforderlich. Je niedriger diese Rücklauftemperatur ist, desto mehr Wasserdampf kann aus den Verbrennungsgasen freigesetzt werden. Aus diesem Grund erreichen Brennwertkessel ihren höchsten Wirkungsgrad in Verbindung mit Niedertemperatur-Heizflächen, wie z. B. der Fußbodenheizung, sowie in der Übergangszeit.

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