EEWärmeG

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ist ein deutsches Bundesgesetz, das neben dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) (betrifft die Stromerzeugung) und dem Biokraftstoffquotengesetz (regelt die Verwendung von erneuerbaren Energien im Bereich der Kraftstoffe) den Ausbau erneuerbarer Energien im Wärme- und Kältesektor bei der energetischen Gebäudeversorgung vorantreiben soll. Es trat am 1. Januar 2009 in Kraft.

Das Gesetz führt erstmals bundesweit eine Pflicht zur Verwendung von erneuerbaren Energien beim Neubau von Gebäuden ein. Erfasst wird der gesamte Energiebedarf eines Gebäudes.

Als erneuerbare Energien im Sinne des Gesetzes gelten die Geothermie, Umweltwärme, Solarenergie und Biomasse. Bei Verwendung dieser Energien muss deren Anteil am Gesamtverbrauch mindestens betragen:

  • Solarenergie: 15%
  • Biomasse: 30% bei der Verwendung von Biogas und 50% bei der Verwendung von flüssiger oder fester Biomasse (Bioöl einerseits oder Holzpellets, Scheitholz andererseits).
  • Geothermie und Umweltwärme: 50% (z. B. Wärmepumpen).

Bisher können die Länder eine Pflicht zur Nutzung von Erneuerbaren Energien bei bereits errichteten Gebäuden festlegen. In Baden-Württemberg gilt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EWärmeG), welches Nutzungspflichten für Altbauten vorschreibt. Es ist allerdings zu erwarten, dass im Rahmen der Umsetzung der am 23. April 2009 erlassenen EU-Richtlinie zu den erneuerbaren Energien eine Nutzungspflicht für Altbauten auch auf Bundesebene festgesetzt wird.

Einspeisevergütung

Vergütung für die Einspeisung regenerativ erzeugten elektrischen Stroms in das allgemeine Stromnetz (siehe auch Erneuerbare-Energien-Gesetz). Sie hat sich in Europa als bisher wirksamstes Mittel zur Förderung erneuerbarer Energien erwiesen. Gezahlt wird die Einspeisevergütung vom Betreiber des Stromnetzes vor Ort.

Energie

Energie ist die Fähigkeit oder Möglichkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Man kann Energie nicht herstellen oder vernichten, sondern nur von einer Form in eine andere umwandeln. Beispielsweise wird bei der Stromgewinnung aus Biomasse zuerst die chemisch gebundene Sonnenenergie in Wärmeenergie, dann in mechanische Bewegungsenergie und schließlich in elektrische Energie umgewandelt.

Die Einheiten der Energie sind: Joule, Wattsekunde, Elektronenvolt und Newtonmeter. Folgende Arten und Formen der Energie können physikalisch unterschieden werden:

  • Chemische Energie
  • Elektrische Energie
  • Kern- und Fusionsenergie
  • Mechanische Energie
  • Strahlungsenergie
  • Wärmeenergie

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV trat Anfang 2002 in Kraft und fasst die bis dahin gültige Wärmeschutzverordnung sowie die Heizanlagenverordnung zusammen. Sie wurde zuletzt im November 2004 novelliert. Folgende Bereiche werden mit der Verordnung neu geregelt:

  • In Neubauten soll gegenüber heute 30% weniger Energie verbraucht werden. Der Niedrigenergiehaus-Standard wird zur Regel gemacht.
  • Für Neubauten ist ein Energiebedarfsausweis vorgeschrieben, der die energetischen Qualitäten transparenter machen soll.
  • Altbauten sollen bei anstehenden Modernisierungen an den technischen Fortschritt angepasst werden. Zu den Nachrüstpflichten gehören u. a. der Austausch von über 2 Mio. vor dem 1. Oktober 1978 eingebauten, ineffizienten Heizkesseln; die nachträgliche Dämmung ungedämmter Rohrleitungen und die Isolierung der obersten Geschossdecke.

Zurzeit wird eine weitere Novellierung vorbereitet in der auch Regelungen zum Energiepass für Bestandsgebäude getroffen werden.

Energiekosten

Hiermit sind die Kosten gemeint, die bei der Erzeugung und Verteilung von Energie entstehen. Bei der Berechnung muss die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt werden (Anlageninvestitionen, Brennstoffe, Entsorgung, Betriebsmittel, Instandhaltung, Reparaturen, Personal, Verwaltung, Steuern und Rücklagen). Bei solchen Berechnungen schneiden die Erneuerbaren Energien meist schlechter ab als fossile Brennstoffe. Würde man in die Berechnung jedoch auch die Umweltfolgekosten einbeziehen, würden sich die Relationen deutlich verschieben.

Energiepass

Nach der EU-Richtlinie 2001/91/EG zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden besteht die Verpflichtung zur Einführung eines Energieausweises. Diese sollen Markttransparenz im Gebäudebereich schaffen, in dem jeder Käufer oder Mieter einer Wohnung bzw. eines Hauses einen Überblick über die energetische Qualität des Gebäudes erhält.

Dabei muss der Energiepass drei wesentliche Aussagen beinhalten:

  1. Energiekennwert über die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes
  2. Vergleichswerte zu anderen Gebäuden
  3. Sanierungsempfehlungen

Die Pflicht zur Vorlage eines Energiepasses bei Verkauf oder Vermietung besteht seit dem 04.01.2006. Aber solange die Novelle der EnEV noch nicht verabschiedet ist, gibt es keine weiteren Detailfestlegungen. Auch wer ihn letztlich ausstellen darf soll in der EnEV 2006 geklärt werden.

Energiesparen

Fossile Brennstoffe sind begrenzt. Der Treibhauseffekt wirkt sich negativ auf das Klima aus. Die Senkung des Energiebedarfs durch technische Maßnahmen und persönliches Verhalten ist notwendig, um die Energieversorgung und das Weltklima für die Zukunft zu sichern. Die Möglichkeiten des Sparens teilen sich in zwei Bereiche auf:

  1. Der Verbraucher kann sein persönliches Handeln ändern und so eine Minderung seines Energieverbrauchs herbeiführen (z. B. weniger Autofahren, Licht ausschalten, bei 60 Grad waschen).
  2. Es gibt technische Möglichkeiten, die der Verbraucher zum Energiesparen einsetzen kann. Zu diesen Möglichkeiten zählen u. a. die moderne Heiztechnologie und Wohnraumdämmung. Durchschnittliche Altbauten benötigen 150 bis 200 kWh/m²/a Heizenergie, moderne Passivhäuser nur 15 kWh/m²/a.

Darüber hinaus sollte mit Strom sparsam umgegangen werden. Stand-by-Schaltungen vieler elektrischer Geräte bieten ein enormes Einsparpotenzial (siehe auch Stand-by). Schätzungsweise belaufen sich die Kosten derartiger unnötiger Leerlaufverluste in einem durchschnittlichen Haushalt pro Jahr auf rund 90 Euro.

Energiesparlampe

Herkömmliche Glühlampen setzen einen Großteil des verbrauchten Stroms in Wärme und nicht in Licht um. Deshalb sollten Lampen, welche am Tag zwei oder drei Stunden brennen, ausgetauscht werden. Trotz der deutlich höheren Anschaffungskosten lässt sich über die Jahre Geld sparen, weil eine Energiesparlampe bei gleicher Lichtausbeute wie eine normale Glühlampe rund 80% weniger Strom verbraucht. Darüber hinaus liegt die Lebensdauer zum Teil sechs- bis siebenmal höher und somit wird ein häufigeres Austauschen vermieden.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Das im April 1998 verabschiedete Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) hob die bestehenden Gebietsmonopole der Energieversorger in Deutschland auf. Damit war eine grundlegende Voraussetzung für die Liberalisierung des Strommarktes geschaffen. Ziel des neuen Wettbewerbs ist eine „möglichst sichere, preisgünstige und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität und Gas im Interesse der Allgemeinheit“ (§ 1 EnWG).

Ein wesentlicher Punkt für die Effektivität des Wettbewerbs ist die Frage nach dem Zugang zum Letztverbraucher. Es ist festgelegt, dass der Netzzugang grundsätzlich nach dem System des verhandelten Netzzugangs erfolgt. Die Netznutzungskosten dürfen hierbei nicht über den Kosten liegen, die ein Netzbetreiber vom eigenen EVU oder verbunden Unternehmen einfordern würde. Bereits im Mai 1998 wurde eine „Verbändevereinbarung über Kriterien zur Bestimmung von Durchleitungsentgelten“ (VV) geschlossen, die 2001 überarbeitet wurde (VV II+).

Erdgas

Erdgas ist ein brennbares Naturgas, das in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Es tritt häufig zusammen mit Erdöl auf, weil es auf ähnliche Weise entsteht. Erdgase bestehen hauptsächlich aus Methan, unterscheiden sich aber in ihrer weiteren chemischen Zusammensetzung. Im Gegensatz zu Biogas ist Erdgas ein fossiler Energieträger.

Erdwärme

Dies ist Wärme aus dem Erdinneren, die an die Erdoberfläche dringt und/oder von dort genutzt wird. Erdwärme, auch Geothermie genannt, wird bereits seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt – in erster Linie an solchen Stellen, wo die Erdkruste dünn ist. Island ist ein bekanntes Beispiel für die intensive Nutzung der Geothermie: Dort wird der Strom zu 100% aus Erdwärme und Wasserkraft hergestellt. Aber auch in Deutschland gibt es nutzbare Warm- und Heißwasservorkommen, z. B. unter dem Alpenvorland, dem Oberrheingraben und der Norddeutschen Tiefebene.

Erneuerbare Energien

Unter die Erneuerbaren Energien, auch regenerative oder alternative Energien genannt, werden alle Energieträger gefasst, die dem Menschen unbegrenzt zur Verfügung stehen. Zu diesen zählen: Biomasse, Erdwärme, Sonne, Wasser und Wind.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) trat am 01.04.2000 in Kraft und löste das seit 1991 geltende Stromeinspeisungsgesetz ab. Im Jahr 2004, 2009 und 2011 wurde es novelliert. Es regelt die Abnahme und die Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen durch Versorgungsunternehmen, welche Netze für die allgemeine Stromversorgung betreiben (Netzbetreiber). Neben der Abnahme- und Vergütungspflicht sind auch die zu zahlenden Vergütungen festgelegt.

Die Höhe der Vergütung hängt maßgeblich von der Art der Stromerzeugung (z. B. Windkraft, Photovoltaik) und der Leistungsfähigkeit der erzeugenden Anlage, aber auch von diversen anderen Faktoren ab.

EWärmeG

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz ist eine lokale Regelung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) mit Wirkung für Baden Württemberg, das am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist. Nach dem EEWärmeG dürfen die Länder die Nutzungspflicht von Erneuerbaren Energien bei bereits errichteten Gebäuden selbst festlegen. Das EWärmeG sieht deshalb vor, dass in Baden Württemberg seit dem 1. Januar 2010 Altbauten 10% Prozent ihres Wärmeenergiebedarfs durch regenerative Energien decken müssen, sobald wesentliche Komponenten einer zentralen Heizungsanlage ausgetauscht werden.

Das ist erfüllt, wenn

  • eine solarthermische Anlage mit einer Größe von 0,04 m² Kollektorfläche pro m² Wohnfläche genutzt wird;
  • bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen zur Deckung des gesamten Wärmebedarfs eine Wärmepumpe genutzt wird, die entweder a) elektrisch angetrieben ist und eine Jahresarbeitszahl von 3,5 hat, oder b) mit Brennstoff betrieben ist und eine Jahresarbeitszahl von 1,3 hat;
  • der gesamte Wärmebedarf durch eine Heizanlage gedeckt, durch die mindestens 10% des Brennstoffbedarfs mit Biogas oder Bioöl gedeckt wird.

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